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Te's Sex-Tagebuch

Sonntag, 6. Juli 2008

Rückmeldung & Bericht aus Köln

Nein, ich bin nicht in Kölle verschollen, wie der glamourdick mutmaßte. Vielmehr bin ich zwischen Umzugskisten versackt, durch die begrenzte Kompetenz des Personals eines wohlbekannten ehemaligen Staatskonzerns in der Telekommunikationsbranche in die Offlinewelt zwangsverbannt worden und nervlich einige Wochen lang zu angespannt gewesen, um hier wirklich schreiben zu können.

Aber diese Phase ist nun glücklicherweise halbwegs vorbei und ich kann mich wieder anderen Aspekten des Lebens widmen.

Bericht aus Köln:
Ich hatte sogar gleich zwei tolle Dates mit sehr angenehmen und erhellenden Gesprächen. Einmal traf ich einen ausgesprochen netten Mann in den 30ern, der selbst bi ist und glücklicherweise nicht zur Kategorie "schwanzgeil und hirnlos" gehört. Wir speisten vorzüglich in der Kölner Altstadt und führten Gespräche mit Tiefgang. Das war mein erstes Date mit einem Mann, das zwar unverbindlich war, Sex aber doch eine unausgesprochene Option darzustellen schien. Und nach diesem schönen Abendessen war es das erste Mal, dass ich in Erwägung zog, einem Mann zu sagen: "Du bist echt nett und ich würde Dich jetzt gerne mit auf mein Hotelzimmer nehmen." In meinem Kopf ratterte es gewaltig und die Zahnrädchen drehten sich flink, aber dann verpasste ich die Chance, weil die Bedenken mich abhielten. Es war schon recht spät am Abend und ich wollte ausgeruht sein, da ich am nächsten Tag einen wichtigen geschäftlichen Termin hatte. In dem Moment hätte ich wohl mehr jugendlichen Leichtsinn aufbringen müssen. Naja, aber irgendwie war der Abend auch so echt schön, denn es tat gut, so offen Erfahrungen und Gedanken mit einem Gleichgesinnten austauschen zu können. Aufgrund seiner sanften, intellektuellen Art hatte ich schnell Vertrauen in ihn gefasst.

Teil zwei kommt später!

Mittwoch, 14. Mai 2008

Liebeslust und Pillenfrust

Eigentlich wollte der gute Hausmann in mir einigen Tätigkeiten nachgehen, doch letztes Wochenende war das gar nicht so einfach. "Wollen wir noch mal kuscheln gehen?" fragt sie mich mit einem Grinsen und hochgezogenen Augenbrauen. "Äh, schon wieder?" entfährt es mir. Aber nur einen Moment später verpacke ich den kleinen Te in ein Latextütchen und unter Einsparung des Vorspiels kommen wir zum Akt, zum zweiten Mal innerhalb der letzten paar Stunden und auf Samiras Initiative hin.

Vor ein paar Tagen hat sie die Pille abgesetzt und es ist fast ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Naja, sagen wir Morgendämmerung und Mittagssonne. Das ist schon irgendwie jämmerlich: Frauen nehmen die Pille, um es ungestört und hemmungslos treiben zu können und dann verlieren sie durch diese Pille aber nicht selten die Lust daran, genau dies zu tun.

Dann finde ich auch noch das hier:
"Doch wie der Spiegel berichtet, besteht laut einer Studie von Sexualmediziner Irwin Goldstein von der Boston University die Möglichkeit, dass die Pille die sexuellen Empfindungen der Frau für den Rest ihres Lebens prägt - zumindest bei entsprechend veranlagten Frauen. Den Sex könnten Frauen, die sich durch die Pille sexuelle Freiheit versprechen, demnach also auch mit diesem Verhütungsmittel nicht reuelos genießen. "

Zitiert von Glamour.de

Immerhin ist die gute Nachricht, dass es nicht bei jeder Frau so ist und ganz offenbar auch nicht bei meiner Liebsten, sonst wäre sie in den letzten Tagen nicht so lustvoll gewesen. Aber gerade angesichts dieses frappierenden Unterschieds interessiere ich mich mehr denn je für die Pille für den Mann o. ä.. Vielleicht kann der Mann ja mit weniger unerwünschten Nebenwirkungen verhüten?

Mittwoch, 7. Mai 2008

Ein neuer Mann

Ich will möglichst keinen Schwulen daten, bei dem der Sex schnell mal romantische Empfindungen In Bezug auf mich auslösen könnte. Die damit einhergehenden Verletzungen würden mir leid tun und das Vergnügen arg schmälern. Und auch wenn HIV längst kein reines Schwulenproblem mehr ist, so macht mir die Szene doch eher Angst.

Perfekt wäre ein Mann bis maximal Mitte 30, in fester, offener Partnerschaft mit einer Frau – und auch wenn mich sein bestes Stück am meisten interessiert, sollte ich doch in der Lage sein, ihm ins Gesicht zu schauen, ohne dabei meine Lust zu verlieren. So ein Typ wie Ka wäre super (*träum* *erinner* *schwärm*), aber ich sollte wohl nicht mit meinen Ansprüchen übertreiben.

Viele bi-neugierige Männer, die noch nie etwas mit dem eigenen Geschlecht hatten, suchen einen dominanten Kerl, der sie quasi dazu zwingt, ihm den Schwanz zu lutschen etc.. Für mich ist aber bisher eher die Bandbreite von „neutral“ bis ziemlich devot denkbar. Denn wenn ich Sex mit Männern will, dann vor allem wegen der Dinge, die ich mit einer Frau so nicht erleben kann: Ich will der sein, der ihm seinen harten Riemen mit Hand und/oder Mund fertig macht, ich will das vollgespritzte Luder sein, ich will gefickt werden. Aber all diesen Tätigkeiten wohnt schon ein mehr oder weniger hierarchischer, asymmetrischer Charakter inne und ich stehe stets auf der submissiven, devoten Seite.

Umgekehrt finde ich Männersex weit weniger spannend. Wenn ich gelutscht werde, wenn ich in jemandem eindringe, dann möchte ich die Schönheit weiblicher Gesichtszüge und entsprechender Körperform genießen. Nun kann man mir ja vorwerfen, ich sollte doch nicht klagen, offenbar würden ja die meisten mehr oder weniger bisexuellen Männer alle so ticken wie ich. Naja, das ist nicht ganz korrekt, denn diese Männer brauchen die Dominanz des männlichen Sexpartners, um überhaupt ihre Hemmungen und inneren Blockaden zu überwinden. Das ist für mich längst kein Thema mehr, ich kann und will mich einfach nur fallen lassen.


Und nun sieht es so aus, als hätte ich bald die Gelegenheit dazu, denn auf einmal war er da, der mehr als geeignete Mann für meine sexuellen Wünsche: Mitte der Zwanziger, in glücklicher, offener Partnerschaft mit einer sehr attraktiven und freizügigen Frau, selbst auch sehr lecker, sympathisch und nicht auf den Kopf gefallen. Er ist genau so schwanzgeil wie ich und interessanterweise habe ich erstmals das Gefühl, dass ich mich mit einem Mann dauerhaft anfreunden und ihn zugleich als regelmäßigen Sexpartner haben kann.

Wir beide sind gerade eifrig dabei, uns mal von der Arbeit freizuschaufeln, um Zeit für ein erstes Treffen zu finden. Bis dahin machen wir uns zwischendurch online gegenseitig geil. Während ich dabei daheim sitzen kann, muss der arme Kerl im Büro mit der Reizflut fertig werden. Ich werde ihn hoffentlich bald angemessen für diese süße Qual entschädigen!

Dienstag, 6. Mai 2008

Schreibpause beendet

Wieder einmal setze ich einer langen Blogpause ein Ende. Ein halbes Jahr voller großer und kleiner Ereignisse ist vorbeigegangen und eigentlich ist es eine Schande, dass so manches geistige Zwischenergebnis meiner Reflektionen in dieser Zeit nicht dokumentiert wurde. Nun möchte ich zumindest mal die wichtigsten Aspekte meiner derzeitigen Lebens- und Liebessituation festhalten, bevor ich wieder richtig einsteige:
  • Seit 13 Monaten lebe ich in einer heterosexuellen romantischen Zweierbeziehung, Lebenspartnerschaft oder wie man es auch nennen mag
  • Ich liebe meine Partnerin und betrachte sie als einen der größten Glücksfälle meines Lebens
  • Wir wohnen seit ungefähr 5 Monaten zusammen in meiner Wohnung, ziehen aber bald in ein großes Haus
  • Ich habe seitdem mit keiner anderen Person Sex gehabt, auch wenn dabei eine Rolle spielen dürfte, dass die neuen Lebensumstände die Anzahl der Gelegenheiten schmälern. Die Lust auf fremde Haut ist nicht wirklich signifikant gesunken.
  • Ich hatte vor einigen Wochen eine spontane Begegnung mit Tanja, in deren Verlauf wir uns wieder mal etwas näher kamen. Es blieb aber nur bei ein bißchen Massage, Streicheleinheiten und zarten Küssen auf Wange und Hals, wobei die Initiative von mir aus ging. Ich wäre wohl noch weiter gegangen, wenn sie nicht so zurückhaltend gewesen wäre.
  • Nach einer langen Phase der Ruhe haben wir vor einigen Wochen wieder mal eine Diskussion über unsere Beziehung geführt und haben nun einen Status, den ich mal vorsichtig als „kontrolliert freie Beziehung“ bezeichnen würde. Die Spielregeln: Ich darf Männer haben, soll es ihr aber nicht vorab erzählen und sie will zunächst nichts mitbekommen bis sie irgendwann in stabiler Stimmung von sich aus auf mich zugeht und nachfragt. Bis vor ein paar Tagen schien es mir noch, als würde ich diese mir von ihr gewährte Freiheit gar nicht nützen können, da es wirklich nicht einfach erschien, einen geeigneten Typen kennenzulernen. Aber das hat sich inzwischen geändert…

Freitag, 2. November 2007

Lange Nacht mit Tanja, Epilog

Dieses Ereignis ist schon einige Monate her, damals war ich ein unglücklich verliebter Single, der sich innerlich in einen Gefrierschrank verwandelt hatte, um diese Schmerzen nicht mehr ertragen zu müssen. Tanja taute mich langsam wieder auf, ließ mich wieder fühlen. Manche Leute, denen unser Umgang miteinander nicht verborgen blieb, sahen in ihrem Verhalten eine gewisse Berechnung. Warum auch immer sie so zärtlichen Umgang mit mir pflegte, die Gründe interessierten mich nicht, aber diese lebendige Wärme tat gut.

Lange Nacht mit Tanja, Teil 3

Irgendwann machten wir uns erneut die Gläser voll und gingen wieder zurück in den Konferenzsaal. Sie unterhielt sich wieder mit Gästen oder solchen, die an diesem Abend lieber Gast als Mitarbeiter waren, ich machte derweil mit der Arbeit weiter. Der Rotwein tat gut angesichts der zunehmenden Zahl an grölenden Zaungästen, die schon das ein oder andere Bier getrunken hatten und wenig Rücksicht auf die Nerven der konzentriert arbeitenden Leute nahmen. Irgendwann war mein Glas leer und ich ging in mein Büro zurück, um mir nachzuschenken. Es muss inzwischen die zweite Flasche gewesen sein.

Gerade ging ich wieder auf den Flur und wollte die Bürotür abschließen, da kam Tanja um die Ecke. Ich öffnete die Tür erneut, wir traten ein. Das Licht hatte ich schon gelöscht und auch als die Tür hinter uns wieder zufiel, blieb es aus, nur das Licht von draußen ließ uns noch etwas sehen. Wir standen uns einen Moment fast regungslos gegenüber, dann umarmten wir uns und bald begannen unsere Zungen wieder dieses zärtliche Spiel, nur diesmal fordernder, wilder, ungezügelter.

Ich zog sie ganz nah an mich heran und wir verzogen uns völlig in eine Oase der Zärtlichkeit. Wir liebkosten uns an Hals und Ohren, streichelten uns. Dann lag sie vor mir auf dem Tisch, meine Hände hatten schon ihren Pullover etwas hochgeschoben, ihr schöner Bauch war entblößt. Ich schob den Pulli weiter hoch, während ich Tanjas Bauchnabel mit meiner Zunge umspielte, ihre Flanken küsste und meinen Atem über ihre zarte Haut hauchte.

Die Tür war nicht verschlossen und mein Kollege hätte theoretisch hier auch mal etwas Entspannung suchen können, aber dieser Gedanke war weit weg. Meine Hände ergriffen ihren BH und schoben ihn sanft nach oben, legten ihre Brüste frei. Ich konnte mich nicht zurückhalten und beugte mich hinunter, hauchte auf eine Brustwarze, um sie anschließend sanft zu küssen und dann langsam mit der Zunge zu umspielen. Sofort spürte ich Tanjas Lust, sie stöhnte auf. Diesen zarten, sinnlichen Laut aus ihrem Mund zu vernehmen war fast wie eine intime Beichte, ein lieblicher Klang, der mich in seinen Bann zog und mich anspornte, ihre Lust weiter zu vergrößern. Ihre Hände suchten nach meinem Kopf, sie wühlten durch meine Haare, krallten sich an ihnen fest.

Ich spielte noch eine Weile mit ihren wundervollen Knospen der Lust, die sich mir entgegenreckten. Sollte ich weitergehen, hier auf diesem harten Tisch, mit den grölenden Biertrinkern da draußen? Ich wollte sie jetzt so sehr und hätte mir doch eine Umgebung gewünscht, die halbwegs der Schönheit dieser Frau und dieses Momentes gerecht würde.

Meine Lust überwältigte alle weiteren Er- und Abwägungen und ich wollte Tanja noch näher sein, noch mehr von ihr fühlen, noch mehr von ihr schmecken und in ihr versinken, wenn sie es mir erlauben würde. Meine Hände griffen nach ihrem Gürtel, doch sie hielt mich sogleich sanft zurück. Nein, es durfte nicht sein. Noch bevor sie es mir zuflüsterte, verstand ich es. In diesem Moment standen wir an der Schwelle dieser kleinen Welt, die wir da aufgebaut hatten. Wir waren schon wieder mit einem Fuß in der anderen Welt, in der wir Schaden anrichten konnten. Und dies durfte nicht sein. Es wäre nicht fair gewesen, denn Tanja hatte mehr zu verlieren. Ihr Freund war gerade weit weg und doch war er in ihrem Kopf präsent.

Noch nicht ganz wissend, ob wir uns nun wieder dauerhaft voneinander entfernen würden, zog ich sie noch einmal an mich heran, küsste sie und dann gingen wir wieder zurück in den Konferenzsaal. Unsere Lippen waren blutrot, doch es war nur der Wein. Wir hatten in dieser Nacht kein Blut vergossen. Und als wir uns Tage später wieder sahen, blickten wir uns ohne Furcht und Schuld in die Augen. Und die Lust? Ich glaube, sie glüht noch. Aber ich weiß nicht, was noch passieren wird und ich will nicht hoffen. Doch es tut mir gut, Tanja zu sehen.

Lange Nacht mit Tanja, Teil 2

Die Arbeit war in vollem Gange und ich arbeitete konzentriert und effizient, im Hinterkopf den Gedanken, dass Tanja in einigen Stunden wieder erscheinen würde und in meinem eigenen Büro um die Ecke zwei Flaschen chilenischen Cabernet-Sauvignons und zwei Weingläser warteten. Die Zeit verging wie im Flug und irgendwann stand sie da, unterhielt sich mit einigen Leuten, die das Geschehen mehr als Zaungäste verfolgten und Bier tranken. Ich arbeitete noch weiter, zwischendurch trafen sich mal unsere Blicke. Dann kam nach Stunden endlich die Pizzalieferung für die hungrigen Helfer und nachdem das Bezahlchaos erledigt war, ging ich mit der Pizza Richtung Ausgang. Tanja stand nahe der Tür und lächelte mich an. Ich sagte ihr, ich würde mich nun mit der Pizza in mein eigenes Büro zurückziehen, eine Flasche Wein öffnen und den Stress in diesem Saal hinter mir lassen. "Wenn ich mein Bier ausgetrunken habe, komme ich auch", sagte sie mir lächelnd.

Ich setzte mich in mein Büro, schaltete die Lampe mit dem sanften Licht ein und genoss meine Pizza mit dem guten Tropfen. Gerade hatte ich die letzten Bissen der italienischen Köstlichkeit verspeist, da klopfte es an der Tür und Tanja trat ein. Ich schenkte ihr auch Wein ein, wir tranken und sie erzählte mir von ihrem stressigen Tag und allem, was gerade so auf ihren Schultern lastete. Sie war ernst und müde, doch zwischendurch blitzte immer wieder ihr Lächeln auf, das ich in den letzten Tagen zu schätzen gelernt hatte. Wir saßen uns gegenüber, hielten uns an den Händen. Der Lärm draußen auf dem Flur schien fern, das Büro wirkte wie eine Oase.

Da war dieses Gefühl, einfach zweisam zu sein, sich langsam zu betrinken und kaum Kontakt mit der Welt zu haben, keinen Schaden anzurichten, sondern einfach nur in diesem Moment in diesem Raum zu sein und sich miteinander zu beschäftigen. Es war ein schönes Gefühl. Ich weiß nicht, wie lange es dauerte, bis sich unsere Lippen erneut trafen. Und diesmal öffneten sie sich weiter als zuvor und unsere Zungen hatten ein zartes Rendezvous in einem zutiefst friedlichen Moment. Keine Ahnung, wie lange er dauerte.

Fortsetzung folgt...

Lange Nacht mit Tanja, Teil 1

Es war eine der wichtigen Wochen im Jahr, bei denen im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit immer hektische Betriebsamkeit aufkommt. Wir hatten alle schon die letzten Tage viel Stress gehabt, standen morgens früh auf, um die PR-Maschinerie zeitig anzukurbeln, das Team teilte sich auf, die meisten nahmen nun externe Termine wahr, andere hielten im Büro die Stellung, darunter auch ich. Es war anstrengend, aber etwas weniger belastend, als ich es erwartet hatte. Das lag u. a. daran, dass ich zwischendurch immer wieder Tanja begegnete. Umarmungen, Streicheleinheiten, Händehalten...in den letzten Wochen war das öfter vorgekommen, doch erst jetzt registrierte ich diese Berührungen in Gänze, schien wie aufgetaut.

Dann am letzten Tag der heißen Phase, früher Abend: Es war die Ruhe vor dem Sturm, fast alle waren noch mal heimgegangen um sich auszuruhen, erst im Laufe des Abends würden wieder alle nacheinander eintrudeln, um dann bis in die frühen Morgenstunden eifrig zu arbeiten. Im Büro waren die meisten Lichter aus, Tanja und ich standen noch in der Kaffeeküche, als uns der Chef versehentlich einschloss. Wir bemerkten das noch rechtzeitig, riefen ihn zurück, aber wir blieben dann doch noch zu zweit im Büro. Wieder schmiegten wir uns aneinander, als hätten wir nie etwas anderes getan und dann berührten sich unsere Lippen, wir tauschten zärtliche Bützchen aus und lachten. Sie musste aber bald weg, hatte noch schnell was im Büro zu erledigen, würde erst in einigen Stunden zurückkommen. Ich verließ sie, ging in das andere Stockwerk, wo sich langsam die anderen Leute einfanden.

Doch dort bekam ich schnell wieder einen Grund geliefert, um noch mal ins große Büro zu laufen und so sah ich sie schon wieder, kurz bevor sie gehen wollte und wir tauschten noch mal ein paar zarte Küsse aus.

Dienstag, 19. Juni 2007

Der Sonnengott und ich - Epilog

Was mich heute in der Rückschau geradezu irritiert, ist die Tatsache, dass ich das alles nach meiner Erinnerung lange Zeit nur mit mir selbst ausmachte, das Erlebte mit niemandem teilte. Fem und Marmot (auch bekannt als „best boobs in town“) kannte ich damals noch nicht.
Kate war noch ein ängstliches, larmoyantes Mauerblümchen, das sich schon bei weitaus unspektakuläreren Enthüllungen meinerseits panisch ins Schneckenhaus verkroch.
Allen anderen regelmäßig gepflegten Freundschaften, besonders jenen zu Männern, fehlte erst recht die Belastbarkeit und Vertrautheit, um über ein solches Thema zu sprechen. Zumindest empfand ich das so.

Es war wohl erst einige Wochen danach, als ich meine erste große Liebe traf. Dem Mädchen von damals, mit dem ich eine Premiere erlebte und dem ich nun als Frau alle paar Monate begegnete, erzählte ich von meinem Debüt in der Welt der gleichgeschlechtlichen Erfahrungen. Ihre halb entsetzten, halb neugierigen Fragen würden sich wie ein roter Faden durch unsere künftigen Treffen ziehen, bei denen ich fast immer über einen neuen Vorstoß in die komplexe Welt der Sexualität zu berichten hatte. Und ich bin recht sicher, dass es da noch reichlich zu entdecken gibt.

Sonntag, 17. Juni 2007

Der Sonnengott und ich - Der große Tag

Seit meine erste Liebe mir in die Hose fasste und mich wenig später an (damals noch) geheimster Stelle ihren warmen Mund spüren ließ, bin ich nicht mehr so aufgeregt gewesen. Die Flasche Weißwein ist kalt und ich kann nicht umhin, sie schon zu öffnen und mir ein Glas einzuschenken. In etwa einer halben Stunde will er da sein. Ich trage eine kurze Sporthose und ein Shirt. So würde ich nie ein erstes Date mit einer Frau begehen, selbst wenn es „nur“ um Sex ginge. Mache ich das gleich wirklich? Einen Mann so nah an mich ranzulassen wie nie zuvor? Warum habe ich so weiche Knie? Spüre ich schon aus der Ferne die phallische Macht, die ein Mädchen spürt, wenn ihre ersten Erfahrungen mit einem Kerl nahen? Ich brauche noch ein Glas. Essen kann ich nichts mehr, zu viel Aufregung! Der Wein zeigt schnell Wirkung.

Es klingelt, an der Gegensprechanlage vernehme ich seine sonore Stimme. Von der Autofahrt in der brütenden Hitze offenkundig geschlaucht steht er wenig später vor mir, ein Handschlag und ein Kompliment, das ich fast verlegen entgegen nehme, dann sitzen wir mangels Alternative in meiner kleinen Bude auch schon auf dem Bett. Er nimmt nur einen kleinen Schluck Wein, ich hingegen leere in Kürze schon das dritte Glas. Ich werde allmählich lockerer, während wir plaudern.

„Ich bin nicht niedlich!“

Plötzlich legt er eine Hand auf mein Knie, reibt darüber, schaut mich lüstern an. Ein Blitz durchfährt mich, ich spanne jeden Muskel an und fühle mich ein wenig wie ein Beutetier, das gerade von der Schlange umschlungen wird. Ich muss dem Gefühl Ausdruck verleihen und es irgendwie rauslassen. Da, es formt sich und ich presse es zwischen meinen Lippen heraus, jedes Wort sehr artikuliert: „Ich – bin – nicht – niedlich!“ Seine Reaktion in Form eines entwaffnenden Grinsens und einer unbeeindruckt weiter streichelnden Hand bricht meine Verteidigungslinien – nun kann er mich haben.

Wie in Trance lasse ich mich von ihm ausziehen, die normalerweise untrügliche Präsenz meiner Erektion entgeht mir irgendwie, als gehöre sie nicht zu mir. Ich spüre nur die Entschlossenheit kräftiger Hände, die mich entkleiden. Im Vergleich zu dem kräftig gebauten Sonnengott fühle ich mich wie eine zarte Pflanze. Irgendwie liege ich nun auf der Seite, sein Kopf bewegt sich auf meinen Schoß zu und er wählt wirklich den direktesten Weg. Kurz schaue ich ungläubig zu, wie mit dem vertrauten Gefühl mündlicher Befriedigung ein ungewohntes Bild einhergeht: keine langen Haare, die den Blick verhängen, auch keine zarten weiblichen Konturen, keine weiche Kurve, die sanft herabhängt und bei mancher Bewegung über meinen Körper streift, mich mit ihrer harten Knospe kitzelt.

Neuland erhebt sich vor mir

Ich wende mich von diesem Anblick ab und starre auf jene Unterhose vor meinen Augen, die ich fast mechanisch aus dem Weg räume, von diesem fremden Männerkörper abstreife, um noch mehr Neuland freizulegen oder vielmehr den Gipfel des Neulands.

Es pocht in meiner Brust, als ich seinen noch nicht ganz aufgerichteten Schwanz direkt vor mir sehe und ich würde ohnmächtig, wenn ich noch eine Sekunde warten würde und nehme ihn ohne weiter zu zögern in den Mund. Schnell wird er härter und ich bin trunken vom Wein und von dem Rausch der neuen Empfindungen. Das Zeitgefühl geht mir verloren, fast besinnungslos lutsche ich ihn aus, sauge ich an ihm, als hätte ich nie etwas anderes getan. Meine Wohnung ist ein Glutofen und ich schwitze. Er warnt mich, es sei soweit, irgendwie höre ich auf und begebe mich mehr oder weniger in Deckung, weiß es gar nicht so genau, sein Saft landet irgendwo auf mir, verschwimmt mit dem Schweiß.

Ich lasse mich von ihm auf den Rücken drehen, er lässt mich meine Beine anziehen, ich spüre seine unverschämte Zunge, wo ich niemals eine Zunge zu fühlen erwartet hätte, und dann fährt ein Finger in mich, dann zwei. Nun umschließt sein Mund wieder meine Härte und in dem Rausch des Gefühls des ausgeliefert Seins, einer Art von Entjungferung, komme ich, mit dem fremden, entsetzlich geilen Druck, der in mich hineingefahren ist und mich auf den Gipfel gejagt hat.

Er gönnt sich in meiner Loggia eine Zigarette, wir plaudern über ich weiß nicht was, kommen wieder etwas zu Kräften. Nach einigen Minuten gehen wir schließlich zurück in die Wohnung, ich schließe nur rasch die Balkontür hinter mir. Er steht einen Meter vor mir, neben dem Spiegel meines Schrankes. Ich bedeute ihm, dort stehen zu bleiben, laufe einen kleinen Schritt auf ihn zu und lasse mich auf die Knie fallen.

Auf den Knien will ich ihn bedienen und ihn gleichzeitig benutzen, beide Gefühle sind nun präsent. Hier und jetzt will ich ohne Umschweife, direkt, scharf und schnell seinen Schwanz aufrichten, explodieren und wieder erschöpft zusammensinken lassen. Während seine Härte zwischen meinen Lippen wächst, entferne ich mich von der Normalität, die mir mein bisheriges Leben lang aufgetischt wurde. Frei von dem, was ich sein soll, frei von der Frage, ob ich nun meiner Rolle in der Gesellschaft gerecht werde, ein echter Kerl bin, mich männlich genug gebe, lasse ich mich gehen. Er sagt mir, ich sei ein geiles Luder und würde es sehr gut machen und ich öffne kurz meine Augen, um mich selbst im Spiegel zu beobachten, wie ich das tue, wie ich das bin. Und ich fühle mich so viel mehr sexy als die Wasserstoffblondinen mit aufgeblasenen Titten aus den Pornos, die man sich so aus dem Netz saugt. Der scharfen, unbarmherzigen Dichotomie der Mann-Frau-Unterscheidung bin ich in diesem Moment entkommen, ich bin ein erregtes Wesen mit einem Penis und ich lutsche gerade an einem anderen, weil ich ihn zum Spritzen bringen will. Und wer sollte dagegen Einwände haben? Was ist daran falsch? Nichts!

Cumshot – so ist das also!

Mein Mund tut schon weh, aber es stört mich kaum und ich lasse nicht nach, bin zugleich bedingungsloser Diener und fordernder Meister dieses Schwanzes. Die Umarmung meiner Lippen macht den Sonnengott fertig und er kündigt den Höhepunkt an. In diesen letzten Sekunden überlasse ich ihm die Kontrolle; geschwitzt und der Welt ein Stück entrückt, die Augen geschlossen, werfe ich meinen Kopf in den Nacken und lasse mich fallen. Ich höre ihn stöhnen und spüre, wie sein Saft mich trifft, an meiner Wange und dem Kinn herunterläuft. Ich öffne meine Augen, sehe in den Spiegel und schaue in ein Gesicht, das eindeutige Spuren der Lust trägt. Ich sehe so aus, wie ich gerne eine Frau nach hemmungslosem Spiel sehe, wenn das Brennen der Lust gerade erst am Abklingen ist. Eingesaut und stolz darauf – so ist das also!

Ich erhebe mich, während er auf die Knie geht – Rollentausch! Den Orgasmus in meinem Kopf hatte ich aber gerade schon und der Sonnengott hat nicht viel Mühe, meinem Schwanz noch den Rest zu geben. Dieser Teil des Spiels ist lediglich das Sahnehäubchen.

Doch genug des Ausbrechens für heute, die Dosis hat gereicht! Halb beglückt, halb verstört von den auf mich einprasselnden neuen Empfindungen will ich nun lieber alleine sein. Er merkt, dass ich genug habe, zieht sich an. Wir umarmen uns, hauen uns nicht sachte auf die Schultern und ich schließe die Tür hinter ihm.

Stichwörter: "das erste Mal" gender-killer Geschlechterrolle Rollentausch schwul blasen Sperma

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